Von Torre del Mar zum Stausee La Viñuela – Tagesausflug

23. Februar 2019

Heute ist mal wieder ein kleiner Ausflug und eine Fotosafarie angesagt. Es geht diesmal ins Hinterland. Das Team BonnyMobil besucht den Stausee La Viñuela.

Dieser liegt etwa 30 km von Torre del Mar entfernt. Schon die Anreise dorthin macht Spass. Wir verlassen die Küste und fahren durch eine grüne, blühende Landschaft. Es gibt viele kleine Bauernschaften und viel Brachland. Aber auch viele Avocadohaine sehen wir.

Am Stausee angekommen ist das zweibeinige Teammitglied des Teams BonnyMobil doch sehr überrascht, wie wenig Wasser der Stausee gerade hat. Von hier wird die ganze Provinz Malaga mit Süßwasser versorgt, und eigentlich sollte der See jetzt, nach der Schneeschmelze in den Bergen, voll sein. Aber der Stausee ist weniger als halbvoll. Das gibt mir wirklich zu denken.

Seit ich hier in Andalusien bin, hat es noch nicht einen Tag geregnet Normalerweise ist hier im Januar Regenzeit. Nicht, das es tagelang durch regnet, aber an einigen Tagen kommen schon ordentliche Wassermassen vom Himmel. In diesem Januar allerdings ist kein einziger Tropfen gefallen. Und das sieht man besonders deutlich hier.

Bei meinen Recherchen über Andalusien ist mir schon bewusst geworden, das auch hier der Klimawandel zugeschlagen hat. Das es aber schon so drastisch ist, war mir nicht klar.

So wie der Stausee im Moment ausschaut, wird spätestens im Mai in Malaga Wassernotstand ausgerufen. Dann wird wieder Trinkwasser über tausende von Kilometern aus Nordspanien nach Andalusien mit Tankwagen gebracht werden müssen. Was dann aber wieder zur Folge hat, das dort das Wasser ebenfalls knapp wird.

Viele Brunnen, die hier gegraben wurden sind mittlerweile ausgetrocknet. Der Grundwasserspiegel sinkt von Jahr zu Jahr. Die Bauern müssen tiefer und tiefer graben, um an das begehrte Wasser zu kommen. Mittlerweile ist das Anzapfen den Grundwassers sogar verboten. Aber viele Bauern halten sich nicht an dieses Verbot.

Spanien versucht es mit Entsalzungsanlagen. Mittlerweile gibt es in Spanien über 900 Meerwasserentsalzungsanlagen. Ein Teil des Wasserbedarfs kann somit gedeckt werden. Aber der Einsatz ist extrem Kostenintensiv und nicht sehr effizient.

Eine große Rolle spielt auch der Anbau von Avocados. Im Gegensatz zu den Citrusfrüchten brauchen Avocados in der Wachstumsphase enorm viel Wasser. Aber da viele Bauern mit Orangen und Zitronen kein Geld mehr verdienen können, haben sie auf Avocados umgestellt.

Auch gibt es einen viel höheren Wasserverbrauch in den Touristenhochburgen. Die Urlauber verbrauchen in der Saison mehr Wasser, als die Einheimischen im Rest des Jahres.

Der Preis dafür ist ein vermehrter Wassermangel und ökologisch absolut fatal.

Vielleicht sollten wir uns in West – und Nordeuropa doch endlich mal Gedanken machen, ob wir wirklich das ganze Jahr Erdbeeren und anderes Obst oder Gemüse essen müssen, oder doch lieber nur dann, wenn auch Saison für Erdbeeren ist, und die auch aus regionalem Anbau zu haben sind.

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