Von Sagres nach Carrapateira am Praia da Bordeira.

6. April 2019

Mittlerweile ist das Team BonnyMobil in Portugal gelandet und hier fühlen wir uns auch recht wohl . Ich stehe mit Ron und Katharina an einem richtig schönen Beach, den allerdings auch viele, viele andere schön finden. Aber gut. Leider hat uns das Wetter ein bisschen im Stich gelassen. Es regnet hin und wieder, aber es kommt auch immer wieder die Sonne raus.

Ich bin wirklich froh, das ich ich wieder unterwegs sein kann. Die Wochen in Torre del Mar waren doch schon heftig , nervig und anstrengend. Und nicht zuletzt auch extrem teuer. Der Umgang mit meinen Gastgebern war am Ende auch nicht einfach. Aber gut. Jeder Mensch hat das Recht, so zu sein, wie er gerne möchte. Und auch wenn ich eine andere Meinung zu vielen Dingen habe, dürfen sie auch ihre Meinung vertreten. Außerdem liegen die Wochen in Torre ja in der Vergangenheit. Nur muss ich ehrlich sagen, das ich es heute anders machen würde. Aber damals war ich in der Situation, in der ich überhaut nicht mehr Entscheidungsfähig war. Aber gut… vergangen ist vergangen…

Bonny ist schon wieder ziemlich gut drauf. Ein Teil der Lähmung in den rechten Pfötchen ist noch zurück geblieben. Noch wackelt sie ein bisschen beim Laufen. Ich hoffe, wirklich, das sie bald wieder die Alte ist.

Ich stehe seit gestern hier an einem spektakulären Spot in der Nähe von Carrapateira am Praia da Bordeira. Katharina war schon mal hier und hat Ron und mich hier her gebracht. Ich muss sagen, das ist einer der fantastischsten Strände, die ich je gesehen habe. Meterhohe Wellen… 3.50 m sind hier Normal. Herrliche Brandung und ein riesiger, weißer Sandstrand. Direkt in diesen Strand fliest ein Fluss. Der bildet hier einen kleinen Süßwassersee, eine Lagune, umgeben von Schilf, der vor dem eigentlichen Strand liegt. Ich habe gehört, das hier sogar Fischotter in diesem See sein sollen. Somit kann man von diesem Parkplatz, auf dem ich gerade stehe, nicht direkt an den Strand, sondern muss ein paar Meter über die Dünen laufen. Im Hochsommer trocknet dieser See wohl aus, und vergrößert somit den Strand.

Praia de Bodeira gilt als einer der schönsten Strände in Portugal. Und das mit Recht. Was mich hier wirklich positiv überrascht, hier gibt es weder Lokale noch Duschen oder irgendeine andere Infrastruktur. Alles ist Natur pur. Allerdings stehen hier am Parkplatz Müllcontainer… und das ist auch gut so. Schön gemacht sind die vielen Holzstege und Aussichtsplattformen, die rund um die Klippen führen.

In den Dünen wachsen uralte Kiefern, die teilweise wirklich extrem Groß sind. Auch gibt es hier eine Menge seltener Seevögel, die in den Klippen brüten und sich hier sehr wohl fühlen.

Bei unserem heutigen Spaziergang haben wir sogar einen Weißstorch gesehen, der über die Klippen kreiste. Ein wunderschönes Bild, das ich wohl so nie vergessen werde.

Jetzt, am Wochenende ist hier schon einiges los, aber in der Woche ist es hier sehr ruhig. Wobei ich denke, das hier in der Hauptsaison echt die Hölle los ist.

Ich werde morgen mal schauen, das ich mein treues E-Rad Rosinate flott mache und mit Bonny im Hänger die Gegend erkunde. Ich bin sicher, das es noch einiges hier zu bestaunen gibt und ich bin wirklich froh, das Katharina mir diesen Wunderschönen Ort gezeigt hat.

Langsam neigt sich dieser Tag zu Ende, die Tagesgäste verschwinden und es kehrt Ruhe ein. Ich glaube, ich sollte diesen schönen Tag mit einem Glas Wein feiern und mich auf Morgen freuen.

Mittlerweile ist es dunkel, ich sitze in meinem BonnyMobil und eine gewisse Traurigkeit überkommt mich. Es ist das erst mal, das ich mich auf meiner Reise wirklich einsam fühle. Mein Leben lang war ich eigentlich immer allein. Selbst in den diversen Beziehungen fühlte ich mich oft einsam. Warum mich das aber gerade hier trifft, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es daran, das ich diese schönen Momente, die ich hier erlebe schon mit irgendjemanden teilen möchte. Aber ich weiß natürlich auch, das es für mich keinen Partner geben wird. Schon vor langer Zeit ist mir klar geworden, das ich nicht Beziehungsfähig bin und das ich mein Leben alleine gestalten muss und einfach das Beste daraus machen muss. Schon lange habe ich mir solche Gefühle wie Einsamkeit verboten und ich finde es schade, das es mich nun einfach so überkommt. Noch vor ein paar Stunden war ich Guter Dinge und Zufrieden. Ich hoffe, das es mir morgen wieder besser geht. Ich weiß ja, das es Menschen gibt, die mich mögen und die mein Leben bereichern. Ich weiß, das es Menschen gibt, die an mich denken und die meinen Weg hier auch verfolgen. Somit ist dieses Gefühl der Einsamkeit absolut unangebracht. Ich teile ja meine Erlebnisse mit vielen Menschen. Und ich denke, viele Menschen freuen sich darüber. Ich werde mich nun zusammenreißen und die schlechten Gedanken und Gefühle wegwischen. Ich bin an einem wunderschönen Ort und dieser Ort gibt mir Kraft und Stärke.

Morgen ist ein neuer Tag und ich werde wieder positive Energie haben und dann wird diese Traurigkeit verschwunden sein.

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