Das BonnyMobil muss fitter werden

Die letzten Tage waren schon ein bisschen merkwürdig und haben mir mal wieder gezeigt, das all das, was geschieht auch einen Grund hat.

Das meine geliebte alte Transe ja ein bisschen schwächelt, wusste ich schon lange. Der Anlasser hat schon vor über 1,5 Jahren seinen Job nicht mehr richtig gemacht und auch die Handbremse war eher schwächlich.  Vor einigen Monaten wurde das BonnyMobil immer lauter und wollte auch nicht mehr so richtig über die Berge ziehen.

Auf der Finca war ich da immer so ein bisschen Lazy und irgendwie war auch nie Zeit, sich intensiv damit auseinander zu setzen…. Da wir aber nun wieder on the road sind, wurde es immer wichtiger, sich um die kleinen und großen Probleme beim BonnyMobil zu kümmern.

Eine gute Bekannte, die seit vielen Jahren hier lebt, könnte mir auch eine nette Werkstatt empfehlen. Antonio, der Chef, hat sich dann auch liebevoll um das BonnyMobil gekümmert und so bekam meine alte Transe als erstes einen neuen, schicken Anlasser.

Die Handbremse nachziehen sollte auch kein Problem sein ….bis das Bremsseil gerissen ist. Aber auch das sollten die Helferlein von Antonio in den Griff bekommen….vorausgesetzt sie können richtig messen…konnten sie nicht. Nach 3 Tagen kam ein Bremsseil allerdings 10 cm zu kurz. Ja ja, wenn Männer messen…..Wie war das mit den 20 cm..?

Aber gut.   Nach weiteren 3 Tagen war dann auch das passende Bremsseile da und konnte eingebaut werden.

Auch der Sicherheitscheck fiel positiv aus….das BonnyMobil ist sicher und würde ohne Probleme den Spanischen TÜV bekommen …

Dann war da ja noch das andere Problem, das mein BonnyMobil ja nicht so ziehen wollte. .. im 3 Gang über einen kleinen Berg….schlecht….ganz schlecht.

Antonio erklärte mir, das es etwas mit der Einspritzung zu tun hat. Das könnte er leider nicht machen. Dafür muss ich in eine spezielle Werkstatt von Bosch und die ist etwa 40 km entfernt in Puerto Lumbreras.

Uiuiui….das hörte sich mal gar nicht soo gut an. Aber große Alternativen gibt es da nicht. So haben wir uns am nächsten Tag auf den Weg über die ungeliebten Berge gemacht. Das BonnyMobil hat sich auch alle Mühe gegeben und sich sehr angestrengt, um den Weg zu schaffen…. Wir sind dann auch heil angekommen.

Auch hier gab es natürlich wieder das Problem der Sprache. Ich kann kein Spanisch, sie können kein Deutsch oder Englisch….aber mit dem Übersetzer im Handy geht es ..mehr oder weniger.

Nachdem das BonnyMobil untersucht wurde, stellten die Boschler fest …la bomba …die Dieselpumpe ist das Problem. Dauert 6 Tage . ..kostet 1200 Euro und Montag sollte ich wiederkommen.

Ich war erst mal geschockt. Es war Dienstag und irgendwie wusste ich nicht, wie es weiter gehen sollte…. Should I stay or should I go….würde es das BonnyMobil noch einmal über die Berge schaffen ? Kann ich es wagen, wieder runter zum Strand zu fahren und komme ich dann auch wieder zu der Werkstatt? Und wo sollte ich die 6 Tage schlafen.

Die Werkstatt lag mitten in einem Industriegebiet an einer gut befahrenen Straße…tolle Aussichten für das Team BonnyMobil…

Natürlich hätte es Alternativen gegeben. Meine ehemaligen Finca Nachbarn wollten mir meine ehemalige Finca Wohnung überlassen, ein Bekannter hat mir seine Ferienwohnung angeboten, und eine andere Bekannte lud mich auf ihrer Finca ein.

Aber zum einen wollte ich das BonnyMobil nicht alleine lassen…. schließlich ist darin gerade alles, was ich hier habe …und wenn jemand einbrechen will, müsste er erst einmal an mir vorbei, wenn ich dort schlafe.

Das andere Problem war natürlich die richtig hohe Rechnung, die da auf mich zukommen wird. Gemacht werden muss diese Pumpe….das ist klar….aber sie würde alles kosten, was ich habe und der kommende Monat wird dann sehr, sehr spatanisch. Aber auch da muss das Team BonnyMobil durch. Wir schaffen das.

Den Weg zurück zum Strand ..ging ja Bergab….war für das BonnyMobil kein Problem…. Die Tage am Strand waren auch richtig entspannt.

Allerdings kam mir der Gedanke, vielleicht doch noch eine dritte Meinung einzuholen. Viele meiner Facebook – und WhatsApp Kontakte teilten mir viele unterschiedliche Diagnosen mit,  die alle viel günstiger wären, als die Dieselpumpe.

Auf eine Empfehlung bin ich dann einige Tage später…es war mittlerweile schon wieder Freitag…. In eine andere Werkstatt gefahren. Nach langem hin und her wollten sie sich dann am Montag den Motor vom BonnyMobil anschauen. Eigentlich sollte ich ja an diesem Tag auch in die Bosch Werkstatt fahren. ..

Was tun…..der Weg nach Puerto Lumbreras war weit….zur Werkstatt nach Aguilas war es ein Katzensprung……ich kannte mich mit solchen Dingen nicht aus….also erst mal Aguilas….oder doch lieber sofort zum Bosch-Dienst.?

Ich entschied mich für die näher gelegene Variante. Das BonnyMobil sollte dort den Tag verbringen und untersucht werden. Wenn die Autoschrauber ein Ergebnis haben, wollten sie sich melden. Das könnte aber auch erst am Dienstag sein.

Da ich ja nun erst einmal ohne Dach über den Kopf dastand, bot sich eine Bekannte an, mir Asyl zu geben. Sie holte mich von der Werkstatt ab, und nahm mich und Bonny mit zu ihr auf ihren Berg, wo sie eine wunderschöne Finca hatte.

Ich hatte schon ein ungutes Gefühl, da ihr Hundmädchen einige Tage zuvor angegangen ist und Bonny dabei auch noch in ihren Pool gefallen ist. Bonny hat das natürlich gar nicht gefallen und war sehr verängstigt.

Die Bekannte versicherte mir, das soetwas nicht die Art ihres Hundes ist und dass das bestimmt nicht noch einmal vorkommen würde…

Aber so war es nicht. Bonny sofort wieder attackiert und sie war kaum zu beruhigen. Nach wenigen Minuten gab es dann auch noch einen dritten Angriff ..

Bonny zitterte am ganzen kleinen Hundkörper und jaulte bei einer Berührung am Kopf . Wunden waren nicht zu sehen, aber ich hatte eine höllische Angst, das sie trotzdem verletzt sein könnte, oder das sie vor lauter Angst einen Herzstillstand erleiden könnte. Schließlich hat sie schon viel mitgemacht. Erst den Schlaganfall 2018 und dann die Krebs OP im letzten Jahr. Und sie ist ja auch kein junges Hundemädchen mehr. 11 Jahre ist zwar noch kein Alter….aber trotzdem.

Mir war klar, das es keine Option ist, längere Zeit auf der Finca zu verbringen. Das Risiko für meine kleine Maus war einfach zu groß.

Einige Zeit später bekam ich dann auch den Anruf, das ich unser BonnyMobil wieder abholen kann. Ich müsste tatsächlich den Bosch-Dienst aufsuchen.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auch gleich auf den Weg. Ich richtete mich auf eine Woche Camping der besonderen Art ein, und hoffte, das wir diese 6 Tage schnell herum bekommen.

Wir verbrachten die Zeit mit lesen, kleinen Spaziergängen und beobachteten den Werkstattbetrieb.

Bonny war immer noch nicht wieder die Alte und hatte plötzlich auch Angst vor Hunden. Ein Trauma, wie sich rausstellte. Aber in der Ruhe und Zweisamkeit sollte sie sich wieder erholen.

Am Donnerstag erreichten mich dann erschütternde Bilder aus Aguilas, in der Stadt ich ja gewesen wäre, wenn ich nicht den Werkstatttermin gehabt hätte …Starkregen setzte die halbe Stadt unter Wasser. Die Ramblas liefen über und brachten Schlamm, Müll und Geröll mit sich. Autos wurden weggespült. Es war ein Drama.

Ich dankte im Stillen dem Universum, das ich vor der Werkstatt stand und in Sicherheit war.

Meine heimliche Hoffnung war es ja, das meine Pumpe, welche ja am Dienstag ausgebaut und zur Generalüberholung eingeschickt würde, ja vielleicht schon am Freitag fertig wäre und Bonny und mir das Wochenende vor dem Bosch-Dienst erspart bleiben würde.

Dieser Wunsch würde mir erfüllt. Freitag Vormittag begann der Automensch die Pumpe einzubauen. Die Freude beim Team BonnyMobil war riesig.

Am Nachmittag war es dann auch so weit. Das BonnyMobil schnurrt wieder wie ein Kätzchen, und wir durften Puerto Lumbreras verlassen.

Da wir ja eh in der Nähe der Finca waren, trafen wir uns dann auch noch auf einen Kaffee mit unseren Ex Nachbar .

Dann ging es runter nach Aguilas. Was mich dort am Strand nach dem Unwetter erwarten würde, wusste ich nicht. Es wurde mir erst klar, als ich bemerkte, das es keine Zufahrt mehr gab. Diese war einfach weggeschwemmt.

So stellten wir uns in den vorderen Bereich des Strandes. Auch andere Wohnmobile und Vans standen dort.

Jetzt stehen wir genau an der gleichen Stelle, an der wir von Dezember 2019 bis April 2020 standen.

Was mir schon seit einigen Tagen auffiel …des BonnyMobil’s Fernbedienung tut nicht mehr das, was sie soll. Ein Batteriewechsel brachte auch nicht den Erfolg.

Mittlerweile macht sie gar nichts mehr. Aber…das ist ja nur ein Miniproblemchen….dachte ich. Natürlich geht die Schiebetür des BonnyMobil’s nicht auf, aber heute ist ja Samstag und Ford ist in der Nähe. Und wenn das Internet sagt, das uns Samstag morgen um 9 Uhr dort geholfen werden kann, dann ist das so . Ist es nicht. Das Team BonnyMobil stand pünktlich um 9 vor der Tür…aber wir waren auch die Einzigen.

Also heißt es wieder bis Montag abwarten….. Nachdem ich die Fernbedienung auseinander gebaut und ein bisschen getrickst habe, hat sie sich auch noch mal erbarmt und die Tür geöffnet.

Nun bitte ich das Universum, das meine liebe alte Transe jetzt erst mal fit ist, und das auch bleibt. Meine Lektion, geduldig zu sein, und die Dinge hinzunehmen, habe ich gelernt. Und es hat sich auch wieder mal bestätigt, das nichts ohne Grund geschieht. Nachdem ich heute morgen gesehen habe, wie mein Strand ausschaut, ist mir klar geworden, was alles hätte passieren können, wenn wir dort gestanden hätten. Ich bin froh, das wir bei dem Unwetter nicht dort standen.

Möchtet Ihr das Team BonnyMobil unterstützen? Ganz einfach über PayPal: Judith.Imoh@gmx.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.