Von Les Granges-Gontardes nach Villeneuve-Les-Béziers, Languedoc- Roussillion, Frankreich

4. 20. Dezember 2018

Heute werden wir zum ersten Mal im Konvoi fahren. Der Schweizer vorweg, und das Team BonnyMobil hinterher. So wie der Schweizer mir sagte, kennt er sich aus und weiß, was er tut. Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Wir sind frohen Mutes und hoffen auf einen richtig schönen Tag.

Die üblichen Vorbereitungen… das Packen und Sichern geht bei mir mittlerweile schon richtig flott. Alles tatsächlich eine Sache der Übung. Und dann geht es los. Gemeinsam verlassen wir das Weingut und begeben uns in Richtung Villeneuve lés Béziers nach Südfrankreich . Ca, 250 km liegen vor uns, und das Wetter macht heute auch mal mit. Es regnet nicht. Ich bin begeistert und freue mich.

Heute brauche ich mich ja nicht so sehr konzentrieren und kann auch mal etwas mehr die schöne Landschaft genießen. Um einen Überblick zu haben läuft mein Navi mit. Wir haben uns im Vorfeld schon einen Übernachtungsplatz auf einem kleinen Campingplatz ausgesucht. Irgendwie habe ich vor 3 Tagen, noch daheim, zum letzten Mal unter der Dusche gestanden und somit wäre es mal wieder nötig. Und laut meiner Guten Nacht App Park4Night gibt es auf diesem Platz eine Dusche, Strom und Toiletten. Günstig ist er auch. 7 Euro pro Nacht liegt auf jeden Fall in meinem Buged. Monsieur Jacques habe ich auch schon angerufen, und gefragt, ob wir willkommen sind.. Alles klar …er freut sich auf uns.

Die Kilometer laufen und ich bin ziemlich entspannt. Doch plötzlich… mein Navi sagt etwas ganz anderes, als der Schweizer da gerade tut. Was nun? Ihm folgen oder auf mein Navi hören. Gut, ihm erst einmal folgen und schauen, was er vorhat. Vor mir taucht etwas auf, das ich so nicht kenne und auch nicht kennen möchte. Eine Mautstelle. Na toll. Wir haben abgesprochen, keine Mautstrassen zu fahren. Aber anstatt mal anzuhalten und mit mir zu reden, fährt er durch die Mautstelle. Ich habe ja keine Alternative, also hinterher. Außerdem stehen hinter mir ganz viele Gelbwesten, die mir auch den Rückweg abgeschnitten haben.

Von diesen Gelbwesten habe ich gehört. Gesehen habe ich bis jetzt keine. Aber ich weiß, das sie gerade ganz Frankreich aufmischen und gegen alles demonstrieren. So richtig habe ich mich mit denen aber nicht befasst.

Einige Wochen zuvor hat er mir empfohlen, mir ein Gerät für die elektronische Maut in Frankreich und Spanien zu besorgen. Hab ich auch gemacht. Aber nutzen wollte ich es nicht, und wenn nur, wenn es gar nicht anders geht. Hier und heute wäre es anders gegangen, aber nun ist es zu spät. Ein pip und die Schranke öffnet sich. Nun muss ich da durch.

Irgendwie ist meine gute Laune dahin. So war das definitiv nicht geplant. Ich habe keine Ahnung, was mich der Spass hier kostet, aber ich weiß, das es spätestens in 4 Wochen von meinem Konto abgezogen wird.

Nun gut. Es ist jetzt eh nicht mehr zu ändern. Ich kann nur hoffen, das er bald wieder diese teure Autobahn verlässt. Nach einigen Kilometern macht er das auch. Es geht weiter auf den französischen Landstraßen. Ein Kreisverkehr folgt dem nächsten und irgendwann sagt mein Navi, wir möchten nun bitte Rechts abbiegen. Das tut der Schweizer leider nicht, sondern fährt weiter. Langsam werde ich sauer. Mein Navi sagt, in 5 Minuten sind sie am Ziel, aber der Schweizer fährt schön weiter in die falsche Richtung. Ich versuche ihm Zeichen zu geben, doch bitte einmal anzuhalten. Nicht nur, das ich mich mit ihm Absprechen möchte, meine Blase ist auch kurz vor dem Platzen. Bonny wird auch schon leicht unruhig, und es wird dringend Zeit für eine Pause, Außerdem ist mein Kaffeebecher leer und möchte gefüllt werden. Kaffee hab ich ja heute morgen schon vorgekocht.

Plötzlich taucht vor mir ein stillgelegter Vergnügungspark auf. Das ganze erinnert mich eher an einen Steven King Roman, als an fröhliche Menschen im Kettenkarussell. Es sieht schon sehr unheimlich aus. Der Schweizer wird langsamer und fährt in eine kleine Zufahrtsstraße, die zu diesem unheimlichen Ort führt. Was will er hier? Wir sind schon wieder meilenweit von dem kleinen Campingplatz entfernt. Er fährt weiter. Die Straße führt um den Geschlossenen Park herum und ich kann mich kaum noch konzentrieren, da ich so nötig auf die Toilette muss. Plötzlich, weit ab von aller Zivilisation stoppt er vor mir. Länger hätte ich es auch nicht ausgehalten. Kurz Bescheid gesagt, und mir dann ein verstecktes Plätzchen hinter Büschen gesucht. Puh…. das war knapp. Noch schnell Kaffee umfüllen. Nun geht es mir Besser und ich bin echt neugierig, was das jetzt hier soll. Ja, der erfahrene Schweizer hat keinen Überblick mehr und sich vollkommen verfahren, Und warum Maut? Na, auch da wusste er nicht mehr wohin. Ok. Also ich habe noch den Überblick, also werde ich jetzt vorfahren und uns endlich zu Monsieur Jacques kleinen Campingplatz bringen. Kann doch nicht so schwer sein. Ist es auch nicht, wenn man ein kleines, kompaktes BonnyMobil fährt. Bei einem Schlachtschiff auf Rädern, wir des Schweizers Wohnmobil sieht es da schon anders aus. Mein Navi führte uns über einen Feldweg, den das Schlachtschiff nicht fahren konnte. Also musste er auf der Hauptstrasse weiter, während ich den kleinen Feldweg nahm. Wenden ging dort nämlich gar nicht.

Einige Minuten später kam ich auch an unserem Ziel an. Der Campingplatz war noch im Aufbau und wir waren die einzigen Gäste. Diese Information hat mir Monsieur Jacques nicht gegeben. Aber gut. Wo ist die Dusche? Na klasse… die Dusche ist eine OpenAir Dusche, sehr luftig, und im Sommer bestimmt ganz toll… aber jetzt gerade ziemlich zugig. Na, hoffentlich ist wenigstens das Wasser heiß. Ganz stolz war Monsieur Jacques darauf, das zu jedem Stellplatz auch eine Toilette gehörte. Als ich diese sah, musste ich dann doch grinsen. Ein Plumpsklo. Mit einem Eimer, dessen Inhalt dann irgendwo hinter den Stellplätzen entsorgt werden musste. Ach wie gut, das ich Mrs. Potti hab.

Mittlerweile war auch der Schweizer eingetroffen. Seinem Gesicht nach zu Urteilen, war er nicht gerade von den Gegebenheiten hier begeistert. Das sah wohl Monsieur Jacques ähnlich, denn als ich ihn auf den Preis ansprach, sagte er, 5 Euro pro Nacht. Mein Schweizer Reisebegleiter schimpfte weiter leise vor sich hin. Ich war irgendwie froh, das wir doch angekommen sind und wollte den Abend nur noch in Ruhe ausklingen lassen. Da ich auch noch bei Tageslicht Duschen wollte, beschlossen wir, das der Schweizer die Gegend erkundet, und schaut, das er irgendwo etwas zum Abendessen einkaufen kann. Ich brauchte erst mal einen frischen Kaffee, und danach wollte ich Duschen. Das Wetter war nett. Wir hatten so um die 16 Grad, und so konnten das Team BonnyMobil ganz gemütlich und in Ruhe draußen Kaffee trinken und Christstollen naschen.

Meine Laune besserte sich auch wieder, da die Dusche zwar ziemlich kalt und luftig, aber doch schön heiß war. Bonny hatte Spaß, da sie ohne Leine das Gelände erkunden konnte und als der gute Schweizer wieder heim kam, waren nicht nur seine Taschen prall gefüllt, auch seine Laune war wesentlich besser.

Unser Abendessen bereiteten wir gemeinsam zu und hatten auch einen netten Abend.

Leider erreichten mich am späten Abend noch schlechte Nachrichten. Die Gelbwesten wollten alle Grenzen nach Spanien bis nach den Feiertagen dicht machen und niemand mehr durchlassen. Das ganze sollte schon morgen starten. Was nun. Wir mussten sehen, das wir morgen früh so bald wie möglich starten, und einfach versuchen, über die Grenze zu kommen, Ich wollte die Feiertage am Meer in Spanien sein, und nicht in Frankreich verbringen, Südfrankreich ist ja schön, aber das Meer ist schöner! Also musste ich morgen früh mit dem Schweizer sprechen.

Aber nun geht es erst einmal frisch geduscht und satt ins BonnyMobil – Bett. Morgen sehen wir weiter.

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