Schön ist anders…Zur Pandemie kommt nun auch noch schlechtes Wetter und das eine oder andere Aua.

23. März 2020

Noch immer steht das Team BonnyMobil und der Lieblingsnachbar in der Palmenbucht. Außer einem anderen alleinreisenden jungen Mann mit Hund im Van sind wir mittlerweile wieder alleine. Bis heute morgen waren hier noch 5 andere Wohnmobile.

Nachdem wir allerdings gestern Besuch von der örtlichen Polizei hatten, und der Wetterbericht für die nächsten 8 Tage Regen, Sturm und Kälte angekündigt hat, sind nun alle abgefahren.

Meine Stimmung ist heute auch nicht gerade die Beste. Die feuchte Kälte ärgert mich und meine Knochen. So wie es ausschaut, muss ich in den nächsten Tagen wieder auf starke und noch stärke Schmerzmittel zurück greifen. Das allerdings würde meinen Verstand vernebeln und genau diese Nebenwirkung der Medikamente kann ich mir hier definitiv nicht leisten. Ich brauche alle meine Sinne um Heil aus der Sache rauszukommen. Ergo möchte ich versuchen, ohne dieses Teufelszeug klar zu kommen, was allerdings meine Psyche sehr belastet.

Der Lieblingsnachbar ist sehr besorgt um mich, kann mir da aber auch nicht helfen. Ich möchte ihn auch unter keinen Umständen noch zusätzlich mit meinen Wehwechen belasten, denn auch für ihn ist die Situation hier kein Zuckerschlecken. Er hat genug Sorgen wegen seiner Hundedame, die ja auch nicht wirklich gesund ist. Somit möchte ich nicht, das er auch noch wegen mir Stress hat. Ich bin wirklich froh, das es ihn gibt und das wir diese Krise bis jetzt zusammen überstanden haben. Ohne ihn wäre es wesentlich komplizierter.

Hier ist nichts mehr planbar. Es sind Tausende von Gerüchten im Umlauf, aber etwas Genaues weiß keiner. Fakt ist, das alle Hotels, Campingplätze und CamperAreas bis zum 26.3 geschlossen werden müssen. Niemand darf rein und die Langzeitcamper, die noch drin sind, dürfen nicht mehr raus. Fakt ist auch, das die Ausgangssperre bis nach Ostern verlängert wurde.

Da wir hier ja nun schon einige Tage fest sitzen, gehen mir langsam auch einige wichtige Dinge aus. Lebensmittel haben wir noch ausreichend. Darum mache ich mir auch keine Sorgen, da ich eh gerne noch ein paar Kilos verlieren möchte und ich ja schon seit einigen Wochen auf Diät bin. Aber mein Trinkwasser wird nun knapp. Auch mit meinen Zigaretten komme ich nur noch bis spätestens morgen hin. Schon jetzt schränke ich mich extrem mit dem Rauchen ein. Somit werde ich mich morgen auf den Weg ins Dorf machen und schauen, das ich es schaffe, Nachschub zu besorgen.

Ob ich es dann schaffe, wieder hier an den Palmenstrand zu kommen weiß ich nicht. Auch da gibt es unterschiedliche Gerüchte und Aussagen. Aber Versuch macht Klug.

Die nächsten Wochen werden eine Zerreißprobe für uns alle werden. Aber an eine Heimreise brauche ich momentan gar nicht zu denken. Die 3000 km, die vor mir liegen, würde ich alleine recht schnell schaffen. Das kann ich aber Bonny nicht antun. Mit ihr kann ich höchstens 200 km – 300 km täglich machen. Übernachtungen sind momentan recht gefährlich, gerade wenn Frau alleine unterwegs ist. Da ja alle sicheren Übernachtungsplätze geschlossen sind, ist die Gefahr, Überfallen zu werden, besonders hoch. Dazu kommt, das mein BonnyMobil einen neuen Anlasser braucht und ich den im Moment auch nicht bekommen kann.

Viele Optionen gibt es nicht und die Devise heißt Durchhalten, Achtsam und Bedacht sein und versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Ich habe ja noch Glück. Meiner Bonny geht es gut, ich habe einen Lieblingsnachbarn an meiner Seite und ein BonnyMobil-Dach über meinem Kopf.

Alles wird Gut!

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