La Manga del Mar Minor – Murcia, Spanien

  1. 30. Dezember 2018

Der Sturm und der Regen haben diese Nacht aufgehört. Das Team BonnyMobil wurde heute Nacht ganz ordentlich durchgeschüttelt, und ich hatte schon hin und wieder ein bisschen Sorgen, das wir nasse Räder bekommen. Ebbe und Flut sind ja am Mittelmeer minimal, aber wenn der Sturm das Wasser auf den Strand drückt, weiß man nie wie hoch der Pegel steigt. Aber die 4 m Abstand waren ausreichend. Alles gut gegangen!

Nun ist alles ruhig und vorbei. Wir haben richtig gut geschlafen und freuen uns auf den heutigen Tag. Noch ist es dunkel, aber der vorletzte Tag des Jahres 2018 bahnt sich seinen Weg. Vieles hat sich in den letzten 12 Monaten verändert. Dinge, die ich so nicht erwartet habe, und Dinge, die ich mir gewünscht habe, von denen ich aber nicht gedacht hätte, das sie wirklich in Erfüllung gehen. 2018 war wirklich ein gutes Jahr. Ich habe in den vergangenen Monaten so viel über mich gelernt. Und ich habe gelernt, das es wichtig ist, sein eigenes Fühlen, Denken und Handeln zu überdenken, hin und wieder zu kalibrieren und auch dann völlig andere Wege zu gehen, auch wenn die ganze Welt Dich für verrückt erklärt! Normal kann jeder!

Heute gehen wir Mädels und der Göttergatte meiner Essener Camper Bekannten Schoppen. Mein erster spanischer Markt steht auf dem Programm. Ich weiß, das ich nicht unkontrolliert in einen Kaufrausch fallen darf und ein bisschen aufpassen muss, was ich so ausgebe. Noch liege ich gut im Budget und das soll auch so bleiben. Heute wird ja auch der letzte Tag in diesem Jahr sein, das ich Geld ausgebe. Freistehen kostet nichts und hier in der Ecke gibt es keine weitere Möglichkeit, Geld los zu werden.

Und auf geht es. Bonny bleibt zuhause. Die Mutter meiner Essener Camper Bekannten hat sich bereit erklärt, Bonny zu betreuen. Also geht das Frauchen heute mal alleine aus. Wir haben sogar einen Shuttelservice. Der Mann einer Freundin meiner Essener Bekannten bringt uns mit dem Wohnmobil ins Städtchen und holt uns einige Stunden später auch wieder ab. Perfekt!

Auf dem Markt angekommen geht es auch sofort ins Getümmel… Taschen, Klamotten, Taschen Schuhe… und noch mehr Taschen. Und.. ganz viel Hippie style. Ich beschließe augenblicklich.. ich werde Hippie! Dazu gehört natürlich die passende Hose. Eine Yogahose! Richtig niedlich… Soll ich, oder soll ich nicht? Nach 25 Sekunden Überlegen, gehörte die Hose mir.

Ok… das muss aber reichen… dachte ich. Am nächsten Stand gab es Gürtel. Hab ich gar nicht eingepackt.. oder doch? Ich weiß es nicht…. vorsichtshalber mal 2 mitgenommen. Waren aber wirklich echt günstig.

Auch die gefütterten Leggins für kleines Geld machen Sinn… Nachts ist es ja doch noch recht frisch. Ok… ich nehme dann gleich mal 3.

Dann war da noch dieses echt niedliche Kleid und die lustige Tasche, die ich unbedingt haben wollte. Boah… ich muss mich jetzt echt zusammenreißen…

Und dann sehe ich sie…. die eine… die, die ich schon immer haben wollte… die Tasche, die Teil meiner Lebensgeschichte ist. Eine Rindsledertasche in Naturbraun. Genauso eine Tasche, nur eine Nummer kleiner, hatte ich im Kindergarten, als 5 Jährige. Wie hab ich diese Tasche geliebt. Und irgendwann war sie weg. Das hat mich nun fast 50 Jahre verfolgt, und nun sehe ich sie hier. Der afrikanische Händler sah schon mein Interesse… also Cool bleiben. Auf meine Frage, was die denn kosten sollte, sagte er 65 Euro. Oh neee…. das geht gar nicht… übersteigt mein Budget total. Ich kann nicht so gut handeln, und versuche es auch gar nicht. Aber… wozu hat man Freunde…. meine Essener Camperfreundin nahm Witterung auf, und handelte, was das Zeug hielt. Am Ende lief der Händler uns noch hinterher und wir bekamen die Tasche für 35 Euro! Ich freute mich königlich, aber der arme Händler tat mir auch ein bisschen Leid. Gegen die geballte Kraft zweier Ruhrpottmädels hatte der überhaupt keine Chance! Für mich hieß es aber danach… nix mehr gibt es! Außer ein paar Mandarinen. Aber 1 Kilo Mandarinen für 50 Cent konnte ich mir gerade noch so leisten!

Bepackt mit Tüten ging es dann auch wieder heim. Bonny und das BonnyMobil erwarteten mich ja auch schon. Nach dieser erfolgreichen Shoppingtour brauchte ich erst mal Kaffee. Und den gab es dann auch.

Und dann gab es auch noch ein Geschenk von meiner Essener Campingfreundin. Silvester muss Frau ( und manchmal auch Mann) einen roten Schlübbi tragen. Das soll im kommenden Jahr Glück in der Liebe bringen. Ich hatte ja im BonnyMobil viel Gepäck… aber Rote Schlübbis waren nicht dabei. Und damit ich dann doch 2019 noch den Mann für die nächsten Reisen finde, bekam ich einen roten Schlübbi geschenkt! Ob ich den morgen wirklich tragen werde, weiß ich noch nicht. Das BonnyMobil und seine 5 qm mit einem 3. BonnyMobil Teammitglied teilen? Ich muss darüber nachdenken, ob das wirklich Sinn macht!

Aber solche tiefgreifenden Entscheidungen treffe ich lieber erst morgen. Heute genießen wir den Kaffee, die Sonne, das Meer und das Leben!

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