Große Verzweiflung und schlaflose Nacht

17. April 2019

Eine schreckliche Nacht liegt hinter uns. Gestern habe ich versucht, meine Emotionen und meine Tränen zurück zu halten, da ich Ron sonst nicht helfen konnte. Aber sobald die Tür des BonnyMobil´s geschlossen war, konnte ich nicht mehr aufhören zu weinen.

Was da gestern passiert ist gehört mit zu dem schlimmsten, das ich je erleben musste. Ich muss immer daran denken, das es auch Bonny hätte sein können und ich fühle so stark, was Ron gerade durch macht. Ich spüre seinen Schmerz, als wenn es mein Schmerz wäre und damit kann ich kaum umgehen. Aber ich muss einen klaren Kopf behalten und darf mich nun unter keinen Umständen gehen lassen. Zuerst muss ich Ron, den RonVan, und uns in Sicherheit bringen.

An Schlaf war heute Nacht nicht zu denken. Immer, wenn ich die Augen schließe, sehe ich Ilia auf der Straße liegen.

Wie wird es weitergehen? Es ist noch früher Morgen und die Sonne geht gerade auf. Wir brauchen einen Plan. Ich denke, das wir heute erste einmal schauen müssen, das wir das RonMobil wieder fit bekommen. Das schaffen wir aber nicht allein, somit brauchen wir eine Werkstatt. Leider ist das Internet hier am Strand von Nazare nicht das Beste und ich habe kaum Empfang.

Ich bin wirklich verzweifelt. Fest steht aber, das ich Ron jetzt nicht im Stich lassen werde. Ich werde es schaffen, egal was kommt, ihn nach Hause zu bringen.

Nun sind ein paar Stunden vergangen und wir haben eine Autowerkstatt gefunden. Die haben sich auch bereit erklärt, einen Ölwechsel zu machen, haben aber das Problem, das sie keinen passenden Filter haben. Wenn sie den Filter bestellen, müssen wir noch zwei Nächte hier bleiben. Das ist nicht gut. Also fahre ich jetzt mit Ron etwa 70 km weiter in die nächste Stadt, und hole dort einen Filter. Danach wieder zurück und dann wird das Öl gewechselt.

Mittlerweile ist es Abend geworden und wir sind etwa 200 km näher an Deutschland. Wir übernachten heute auf einer Tankstelle in Vila Velha de Rodeo. Nicht gerade ein Ort, an dem es mir besser geht.

Ron musste ich heute wirklich anschreien, weil er nicht klar denken kann und die Unvernunft in Person ist. Er hat tatsächlich überlegt, die 2000 Km in einem Rutsch durchzuziehen und mir vorgeschlagen, meinen Urlaub fortzusetzen und zu genießen. Das ist natürlich keine Option. Wie sollte ich nach diesen schrecklichen Ereignissen je wieder eine Reise genießen können. Ich will nur nach Hause und am liebsten alles vergessen. Wobei ich natürlich weiß, das mir das nicht gelingen wird. Nicht nur Ron steht unter Schock.

Ich muss versuchen, heute ein wenig zu schlafen. Die nächsten Tage werden nicht einfacher und ich brauche all meine Kraft und Energie.

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