Corona – Versteckspiel mit der Polizei, dem Militär und die große Rettung

5. April 2020

Das Team BonnyMobil hat eine Odyssee hinter sich. Das zweibeinige Teammitglied hatte das Gefühl, in einem schlechten Film zu sein. Wir wurden von unserem Lieblingsstrand von dem spanischen Militär mit Waffengewalt und Androhung von Strafen vertrieben. Allerdings haben mir Waffen und Drohungen noch nie wirklich Angst machen können und so hat das Team BonnyMobil und der Lieglingsnachbar am Ende tatsächlich noch eine Nacht rausgeschlagen. Somit hatten wir dann noch Zeit, uns einen Plan B auszudenken.

Wir wussten. das alle öffentlichen Stellplätze oder Camper Areas geschlossen waren. Selbst mit Vitamin B würde uns niemand aufnehmen können, ohne selber in Gefahr zu geraten.

Die Option nach Hause zu fahren kam weder für den Lieblingsnachbarn noch für das Team BonnyMobil in Frage. Zu groß war die Angst, irgendwo in fremden Gefilden hängen zu bleiben und nicht zu wissen, wohin. Zudem kommt auch noch, das wir durch Corona – Hotspots hätten fahren müssen. Was uns ebenfalls Angst machte, waren die vielen Berichte, der Rückreisenden, die Tausende von Kilometern an einem Stück gefahren sind, weil sie nicht an den Raststätten der Autobahnen übernachten wollten. Übergriffe von Räubern und Dieben sind ja an den Raststätten selbst ohne Corona an der Tagesordnung, und da die bösen Jungs ja mittlerweile wegen Ausgangssperre keine anderen Einnahmequellen mehr haben, stehen die wahrscheinlich an den Rasthöfen Schlange!

Aber das Team BonnyMobil hat ja schon in anderen Situationen gezeigt, das es immer eine Lösung gibt. Nach einigen Telefonaten mit der deutschen Bäckerin bekamen wir eine Adresse, wo wir privat unterkommen konnten. Schon beim ersten Telefongespräch mit der Besitzerin der privaten Finca, wusste ich, das alles Gut werden würde. Die Finca liegt oberhalb von Aguilas am Rande eines kleinen Dorfes. Eigentlich hätten wir direkt am nächsten Morgen dort hin fahren können. Da es aber ein Samstag war und wir dringend noch mit des Lieblingsnachbarn Hundemädchen zum örtlichen Tierarzt wollten, sind wir am nächsten Morgen einfach mal eine Bucht weitergefahren und haben den Sonntag auf Carolina verbracht.

Wobei auch hier unsere Nerven blank lagen. Bei jedem vorbeifahrendem Auto zuckten wir zusammen. Würden wir diesen Tag hier bleiben können? Wird wieder das Militär kommen und uns auch von diesem Platz vertreiben? Wir wussten ja, das wir spätestens am Montag in Sicherheit sein würden. Allerdings mussten wir noch einen ganzen Tag und eine ganze Nacht überstehen ohne erwischt zu werden. Ich konnte mich mit dem Nähen einer Gesichtsmaske für den Lieblingsnachbarn ein wenig ablenken.

Doch dann kamen sie doch… Zwei Polizisten auf zwei Motorrädern. Sie fuhren an meinem BonnyMobil vorbei und… ignorierten mich. Wieder mal. Ein paar Meter vor unserem BonnyMobil machten sie Halt und rauchten genüsslich ein Zigarettchen. Das zweibeinige Teammitglied tat das, was auch sie taten….. Nichts.

Der Lieblingsnachbar, der in diesem Moment gerade Nudeln kochte, war weniger Relaxed. Ist ja auch fies, wenn die Polizei genau dann anrückt, wenn die Nudeln aus dem Wasser müssen. So etwas kann man schon mal persönlich nehmen. Aldente Nudeln sind nun mal wichtiger als eine mögliche Vertreibung.

Da die Jungs ihr kleines Päuschen doch ausdehnten, brachte mir der Lieblingsnachbar kurzerhand das fertige Dinner ins BonnyMobil…. Lieferdienst a la Corona.

Irgendwann zogen die netten Polizisten wieder ab und wir hatten weiterhin unsere Ruhe. Glück gehabt. Auch die Nacht verlief sehr ruhig. Allerdings fast ohne Schlaf. Die Aufregung der vergangenen Tage machte sich in großer Schlaflosigkeit bemerkbar. Es sind schon merkwürdige Zeiten, in denen wir gerade leben. Mittlerweile kann ich tatsächlich nachvollziehen, wie Menschen sich fühlen, die auf der Flucht sind. Wobei wir doch nichts verbrochen haben und doch eigentlich nur versuchen, gesund zu bleiben und zu überleben. Wir wollen niemanden gefährden oder irgendeine Form von Ärger machen.

Ich verstehe ja auch die Intension der spanischen Polizei. Sie machen ihren Job und haben genauso viel Angst wie wir. Auch sie wollen Gesund bleiben und ihre Lieben schützen. Ich bin deshalb auch niemandem Böse. Wir sind eben nur zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Und morgen sind wir ja auch hoffentlich endlich in Sicherheit. Wobei wir auch dort noch gar nicht wirklich wissen, was uns so erwartet. Auch hier heißt es…. nehmen, was kommt und das Beste raus machen.

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