3. Tag in der Schlangenbucht – 1. Weihnachtstag und große Aufregung um eine kleine Hundedame

25. Dezember 2019

Wie kann man nur so lange schlafen. Und das an Weihnachten. Das Team BonnyMobil kann das. Heute haben Bonny und ich tatsächlich bis 10:30 im Tiefschlaf gelegen. Beim ersten Blick auf die Uhr dachte ich noch, ich träume. Aber der Vormittag war tatsächlich schon fast vorbei. Die Sonne stand hoch am Himmel. Aber rund um unseren Lagerplatz herrschte noch absolute Ruhe. Nicht nur wir sind Langschläfer.

Dieser Tag begann dann auch eher gemächlich. Erst mal Kaffee, alles andere kommt dann.

Es kam dann auch. Zuerst kamen unserer Follower Dieter aus Österreich und seine kleine Xenia in die Schlangenbucht .Das zweibeinige Teammitglied war gerade bei den Frühstücksvorbereitungen.

Kurze Zeit später erschien eine Weihnachtsfrau mit einer Tüte Geschenken. Die Dame, die wir gestern schon kennenlernen durften, die uns Kuchen brachte und die hier in der Nähe wohnt, kam mit einem großen Sack Orangen, Zitronen und ganz vielen Schokoladennikoläusen. Jeder in der Schlangenbucht wurde bedacht. Selbst für die Hunde hatte sie Leckerchen dabei. Das Team BonnyMobil war wirklich total überrascht und begeistert. Unser Neuüberwinterer Dieter konnte das alles gar nicht fassen und war tief berührt.

Die Dame, die auf den schönen Namen Roswitha hört, wurde natürlich erst einmal zum Kaffee eingeladen. Das zweibeinige Teammitglied war noch immer mit den Frühstücksvorbereitungen beschäftigt, aber Kaffee und ein Plausch geht bekanntlich immer.

Dieter und Roswitha verstanden sich blendent und hatten sich auch viel zu erzählen So konnte das zweibeinige Teammitglied mit den Frühstücksvorbereitungen fortfahren. Es sollte Brotpizza aus dem Omnia geben. Es war ja nun schon fast Nachmittag und so wurden aus den Frühstücksvorbereitungen kurzfristig Lunchvorbereitungen. Wir sind ja flexible.

Irgendwann so gegen 14:00 war es dann auch so weit… Wir konnten Frühstücken… oder Lunchen…. Langsam kehrte danach auch hier ein bisschen Siestastimmung ein. Zeit, zum Putzen, Aufräumen und Saubermachen.

Meine schwedische Camperschwester machte sich an die Arbeit, die nächste Schwedische Weihnachtsdelikatesse vorzubereiten. Milchreis mit geschlagener Sahne, Zimt und Orangen. Das Vanilledestaster von gestern hatte sie allerdings nicht vergessen, und nach 24 Stunden überlegen hatte sie sogar eine Lösung. Kurzerhand wurde dem Traditionsgericht ein bisschen Vanillejogurth untergeschoben. Nicht Stilecht, aber Lecker.

Wir hatten dann auch einige Minuten Muse, diese Köstlichkeit zu genießen, bis sich eine kleine Katastrophe anbahnte. Mittrande, das vielbeinige Teammitglied des Lappländischen Dreamteams legte sich mit Xenia, dem kleinen 3 kg Hündchen des österreichischen Teams an. Das Chaos war perfekt. Super… Zwei verzweifelte Hundehalter, ein Hündchen mit blauem …oder eher blutunterlaufenem Auge und ein Mittrande der gar nicht wusste, warum sein Frauchen wie wild hinter ihm her jagte. Die clevere Bonny verzog sich sofort ins BonnyMobil um den Schaden nicht noch schlimmer zu machen.

Xenias Herrchen stand unter Schock und wollte unbedingt einen Tierarzt besuchen. Frau Google konnte natürlich da weiterhelfen. Nachdem das zweibeinige Teammitglied die Adresse der örtlichen Tierklinik zu Papier gebracht hat, und sich zumindest das Hündchen wieder ein bisschen beruhigt hatte, konnte ich mir die Kleine auch mal anschauen. Sie sah ein bisschen mitgenommen aus, hatte aber außer dem geschwollen Auge keine weiteren Verletzungen. Als ich ihr ein Leckerchen anbot, war sie auch sofort bereit, das anzunehmen. Also alles nicht so schlimm. Allerdings glaubte mir das Herrchen so ganz und gar nicht. Völlig fertig machte er sich auf den Weg zu nächstgelegenen Tierklinik. Herrchen war nicht mehr ansprechbar und auch den Ratschlag der anderen Camper, sich erst einmal zu beruhigen und erst dann zum Tierarzt zu fahren, ignorierte er. Um den Hund machte ich mir keine Sorgen, um das Herrchen schon eher. Der war völlig neben der Spur und fuhr mit seinem Wohnmobil in einem Affenzahn aus der Schlangenbucht. Hier, auf unbefestigten Wegen, ist 30 Stundenkilometer schon schnell. Er hatte mindestens 60 drauf.

Ich verstehe seine Sorgen, und kann nachvollziehen, wie er sich fühlt. Trotzdem brachte er sich und seinen Hund mit dieser Aktion mehr in Gefahr, als Mittrande den keinen Hund in Gefahr brachte. Völlig unter Schock und in Panik und gegen den Ratschlag aller Anwesenden hätte Schlimmeres passieren können, als ein Hund mit geschwollenem Auge. Aber er ist erwachsen und wir alle hätten ihn eh nicht aufhalten können.

Auch meiner Camperschwester und Mittrande ging es nicht gut. Sie machte sich Sorgen und er wusste gar nicht, was er falsch gemacht hat. Er wollte doch nur auf sein Wohnmobil und sein Frauchen aufpassen. Warum er nun Stubenarrest hatte, konnte er ja nun gar nicht verstehen.

Da wir ja nun eh schon alle zusammenstanden, konnten wir auch alle zusammen sitzen. Also Lagerfeuer an, das Team BonnyMobil fand, das es nun Zeit für Doris Apfelglühwein war und so verbrachten wir den Abend mit interessanten Gesprächen und interessanten Menschen.

Irgendwann kam dann auch das Österreichische Gespann wieder. Herrchen war noch immer aufgelöst, da er auch nach intensiver Suche keinen Tierarzt gefunden hatte, der geöffnet hatte. Die kleine Maus geht es aber gut und sie hat einfach während der Fahrt geschlafen. Nun will er sich morgen noch einmal auf den Weg machen, um einen Arzt zu suchen. Auch hat er seinen Schlafplatz jetzt ein bisschen Abseits von unserem Lager gewählt.

Für die kleine Maus ist trotz des „Blauen“ Auges aber etwas sehr Positives entstanden. Ab heute darf sie zum ersten Mal in ihrem Leben in Herrchens Bett schlafen. Und bei ihren österreichischen Hundekumpels daheim ist die kleine drei Kilo Maus mit dieser Geschichte bestimmt die Größte!

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