Von Torre Del Mar nach Bahia de Malaga – Alhaurin und Coin

Besuch beim Spezialisten und bei einem faszinierenden Paar

23. Januar 2019

Tief in der Nacht bekam ich eine Mail von der 24. Stunden Klinik, bei der wir zum Röntgen waren. Diese hat sich mit dem Spezialist in Malaga kurzgeschlossen und einen Termin für uns abgesprochen. Der Termin ist heute morgen um 9:00. Gleichzeitig schrieben sie mir, das ich bitte auch sofort 1800 Euro für das CT und die Operation mitbringe. Ich war geschockt. Zum einen, weil ich es sehr merkwürdig empfand, das sie schon eine OP angesetzt haben, ohne überhaupt eine Diagnose zu haben, und zum anderen weil 1800 Euro doch schon eine Hausnummer ist.

Da wir alle noch wach waren, konnte ich mich auch sofort mit meinen Gastgebern beraten. Ja, wir würden diesen Termin wahrnehmen, damit wir die Diagnose bekommen. Aber ein OP kommt erst einmal nicht in Frage. Es würde eh einige Tage dauern, bis ich das Geld zusammen habe. Ich muss mir etwas von meiner besten Freundin leihen, mein Notfallkonto platt machen und dann würde es gehen. In einigen Tagen kommt ja auch wieder Geld auf mein Konto. Wenn Bonny tatsächlich eine OP braucht, wird sie diese auch bekommen. Das ist überhaupt keine Frage. Mein Gastgeber und auch mein Bruder, mit dem ich schon gestern Telefonierte, waren da allerdings anderer Meinung. Nein, die von ihnen angesprochene Option kommt erst einmal überhaupt nicht in Frage.

So fuhren heute morgen dann nach Bahia de Malaga, Alhaurin in die Spezialklinik. Ich war extrem aufgeregt und angespannt. Bonny lag in meinem Arm und meine Anspannung übertrug sich auf sie. Ich musste Ruhiger werden, da mein Hund ruhig sein konnte. Leider gar nicht so einfach. Theoretisch wusste ich das, aber praktisch konnte ich meine Angst und Nervosität nicht verbergen. Noch standen wir Beide unter Schock.

Das Positive war, das Bonny heute morgen Urin gelassen hatte. Zwar im Körbchen, welches ich aber zuvor vorsichtshalber mit Schutzpapier ausgelegt hatte. Scheinbar nahm zumindest die Blase wieder ihren Dienst auf.

Die Fahrt nach Bahia de Malaga, Alhaurin dauerte ewig. Von der schönen Landschaft, die an uns vorbeizog bekam ich gar nichts mit.

Endlich waren wir an der Spezialklinik angelangt. Das Gebäude war relativ unscheinbar. Ich hatte mir das etwas anders vorgestellt. Aber gut.

Wir wurden ja schon erwartet und mussten somit auch nicht lange warten. Meine Sorge war, das der Doktor nur Spanisch verstand und wir somit ein Sprachproblem haben, aber meine Sorge war unbegründet. Dr. Ramirez sprach perfekt Englisch und so stand einer Kommunikation nichts im Weg.

Er untersuchte Bonny gründlich und ging dabei ausgesprochen Liebevoll mit ihr um. Er erinnerte mich mehr an einen Kinderarzt, der ein Kleinkind untersucht, als an einen Tierarzt. Trotz meiner Angst und Verzweiflung musste ich doch lächeln, als er ihr das Stethoskop erklärte.

Nach der Untersuchung bat er uns, einen Moment zu warten. Nach einigen Minuten kam er zurück, und legte uns seine Meinung da. Es gäbe 2 mögliche Diagnosen. Zum einen könnte es ein Bandscheibenvorfall sein. Dann müsste operiert werden. Diese OP würde dann die 1800 Euro kosten, die er uns ja schon in der Mail angekündigt habe. Hier liegen die Heilungschancen bei 95 %

Zum anderen könnte es aber auch eine Fibrokartilaginöse Embolie sein. In diesem Fall kann man nur abwarten und weiter mit Cortison behandeln. Heilungschancen haben wir hier bei 90% .

Um eine genauere Diagnose zu bekommen, muss ein CT gemacht werden. Sollte sich dabei aber herausstellen, das es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt, muss er sofort operieren, da er Bonny keine zwei Vollnarkosen zumuten möchte.

Außerdem sei Bonny eine kleine Schauspielerin. Sie genießt es gerade im Mittelpunkt zu stehen und von mir verwöhnt zu werden. Sie kann weit mehr, wenn Frauchen nicht in der Nähe ist.

Nun stellt sich die Frage… was tun. Ich erklärte dem Doktor meine Situation. Das ich gerade mit dem Van unterwegs bin, das ich nur ein begrenztes Budget habe und das ich aber alles dafür tun werde, das mein Hundemädchen wieder gesund wird. Dann bat ich ihn um seine ehrliche Meinung. Was würde er tun, wenn Bonny sein Hundemädchen wäre?

Er sagte, er würde abwarten und schauen, wie sich Bonny weiter entwickelt. Er würde im Moment kein CT machen und erst einmal für 4 Wochen Cortison geben, Krankengymnastik, Physiotherapie und Bewegungsübungen machen und dann entscheiden, ob eine CT nötig ist oder nicht.

Er vermutet, das es in 4 Wochen eine Verbesserung des Zustandes geben wird. Wir können hier nur Geduldig sein.

Da ich das Gefühl hatte, diesem Doktor vertrauen zu können, beschloss ich,es genau so zu machen. Er gab mir noch den Tipp, mich nach Bewegungsübungen für Hunde im Internet umzusehen. Youtube wäre da eine gute Quelle und in 1 Woche sollte ich mich telefonisch wieder bei ihm melden.

Nach diesem Besuch ging es mir schon ein bisschen besser. Noch war ich nicht ganz beruhigt, aber ich wurde langsam ruhiger. Noch die Rechnung bezahlt, die schon eine gewisse Höhe hatte, aber das war es wert.

Meine Gastgeber erzählten, das sie hier ganz in der Nähe Freunde hatten, die ich unbedingt kennenlernen sollte, und das sie dort schon angerufen, und uns angemeldet hätten. Eigentlich war mir nicht gerade danach diese Freunde jetzt kennenzulernen, aber ich wollte ihnen nicht die Freude nehmen, ihre Freunde zu sehen.

So fuhren wir ein paar Dörfer weiter nach Coin. Dort leben auf einer wunderschönen, kleinen Finka die Freunde meiner Gastgeber. Als ich die beiden zum ersten Mal sah, war ich sofort begeistert und ich fühlte mich in deren Gegenwart unglaublich wohl. Ich kann nicht sagen warum, aber ich hatte nicht das Gefühl, das wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Beide hatten eine wunderbare Aura und viele positive Energien gehen von dem Paar aus. Auch Bonny spürte das sofort.

Sie bot Bonny eine Schüssel mit Wasser an, und Bonny trank zum ersten Mal nach ihrem Unfall alleine. Das war großartig.

In der Gegenwart der Beiden wurde auch ich immer ruhiger und ich merkte, das mir die Tränen in die Augen stiegen. Das war mir natürlich unangenehm und peinlich, aber er fand sofort die richtigen Worte.

Dann regte er an, für Bonny einen Energiekreis zu bilden und Bonny unsere positiven Energien zukommen zu lassen. Es war eine Mischung aus Hypnose und Meditation. Ich bin ausgebildete Hypnosetherapeutin und habe immer bezweifelt, das es möglich ist, mit Tieren eine Hypnosesitzung abzuhalten. Da bin ich heute eines besseren belehrt worden. Bonny war nach dieser Sitzung absolut Tiefenentspannt. Es tat mir so gut, zu sehen das es meinem Hund nun viel besser ging.

Das Paar erzählte mir, das gegen den Schock bei uns auch CPD Öl helfen könnte. Das Öl aus der Hanfpflanze ist ja gerade in aller Munde und Studien belegen die Wirkung. Er vertreibt dieses Öl, und da ich mich auch schon im Vorfeld darüber Informiert hatte, kaufte ich auch eine Flasche. Bonny sollte ab sofort täglich einige Tropfen davon bekommen.

Ebenfalls erfuhr ich, das er auch ein Buchautor ist, und eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen hat. Das Buch habe ich dann auch bekommen und er hat mir eine sehr liebe Widmung hinein geschrieben.

Die Stunden auf der Finka in Coin gehören mit zu der schönsten Zeit, die das Team BonnyMobil bis jetzt auf unserer Reise erlebt hat. Und dieses Paar gehört zu den interessantesten und nettesten Menschen, die wir bis jetzt kennengelernt haben!

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