Torre del Mar – Ein Galgo namens Saphira

6. Februar 2019

Langsam können wir unsere Spaziergänge Stück für Stück erweitern und verlängern. Bonny geht es von Tag zu Tag besser und sie rennt mittlerweile mit anderen Hunden über den Strand, als wäre nichts geschehen. Noch ist sie ein bisschen unkoordiniert. Die Synapsen im Gehirn sind gerade dabei, sich neu zu verlinken und das braucht Zeit.

Bis vor ein paar Tagen ist mein Böhnchen auch noch im beim Stuhlgang umgefallen. Nun kann sie ihr großes Geschäft wieder wie jeder andere Hund auch machen.

Da sie viele Muskeln abgebaut hat, ist es nun wichtig, diese wieder aufzubauen. Da ist Rennen und spielen natürlich die beste Therapie. Ein neues Spiel hat Bonny auch für sich entdeckt. Sie liebt es, den Futterbeutel mit Leckerchen zu bringen. Das hat den Vorteil, das Frauchen ganz entspannt im Sand sitzen kann, etwa 500 mal den Beutel werfen muss und Bonny trotzdem viel Bewegung hat.

Für Frauchen bedeutet das am Ende sehr muskulöse Oberarme.

Der Hundestrand in Torre del Mar ist unser neuer Lieblingsstrand. Hier tummeln sich Hunde und ihre Besitzer jeder Größe und Rasse. Langweilig wird es hier nie. Alle Hunde spielen miteinander und vertragen sich. Alle Herrchen und Frauchen quatschen miteinander und vertragen sich ebenfalls.

Besonders fasziniert bin ich von den Galgos. Diese mittelgroßen Windhunde sind eine spanische Rasse, und werden für die Hasenjagd gezüchtet. Aber auch größere Tiere wie Wildschweine jagen sie. Sie sind beim Rennen extrem ausdauernd und dabei unglaublich schnell.

Bekannt sind diese Hunde bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus. Da jagten schon die Kelten mit den grazilen Windhunden. Die Römer nannten diese Vierbeiner dann später nach der Region Galizien, gallischer Hund . Später wurde daraus dann der heutige Name Galgo.

Der Galgo Espaniol ist der Urgroßvater des bekannteren großen englischen Windhundes Greyhound.

Leider ist es in Spanien gerade üblich, Galgos nach der Jagdsaison auszusetzen. Insbesondere da im Moment in Spanien gerade die Hasenpest wütet und diese somit nicht gejagt werden können. Auch werden die Galgos, die zur Jagd eingesetzt werden, oft unter extrem schlechten Bedienungen gehalten. Viele Tierschutzorganisationen machen sich speziell für diese Hunde stark und vermitteln ausgesetzte Galgos weiter.

Einen dieser ausgesetzten und schlecht gehaltenen Galgos durfte das Team BonnyMobil kennenlernen. Die neuen, sehr liebevollen Besitzer von Saphira, einem Galgorüden, hatten diesen Hund erst ganz kurze Zeit. Ich habe selten so einen traurigen Hund gesehen. Sein Blick rührte mich am Anfang unserer Bekanntschaft zu Tränen. Ich spürte, das sie ein sehr schweres Schicksal hinter sich hatte. Saphira war in allem, was sie tat extrem unsicher. Aber ich konnte ihr auch ansehen, das sie nichts lieber wollte, als ihrem Herrchen und Frauchen alles Recht zu machen. Sie wusste nur noch nicht so genau wie.

Auch nach so kurzer Zeit spürte ich schon eine starke Bindung zwischen dem Ehepaar und dem Hund. Die Beiden taten auch alles, damit es Saphira wieder gut ging und sie ihre Vergangenheit vergessen konnte. Sie besuchten eine Hundeschule und trainierten mit ihr mehrere Stunden am Tag.

Zu Saphira´s Familie gehörte auch ein kleiner Yorkshire Terrier, mit dem sie sich auch sehr gut vertrug.

Im Laufe der Zeit wurde Saphira immer glücklicher und der traurige Ausdruck in ihren Augen verschwand schon bald vollständig. Sie wurde von Tag zu Tag selbstsicherer und nachdem sie etwa 6 Wochen bei ihren neuen Besitzern war, merkte man ihr ihre traurige Vergangenheit nicht mehr an.

Dieser Galgo hatte großes Glück und schaut einer glücklichen und zufriedenen Zukunft entgegen.

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