Ein Unglück, das alles Ändert….

16. April 2019

Das Team BonnyMobil will nur noch nach Hause. Das zweibeinige Teammitglied und auch Bonny ist am Ende und am Boden zerstört. Es ist etwas schreckliches passiert.

Trotz der gestrigen Probleme mit Ron´s Van hatten wir noch einen richtig netten Abend und beschlossen, das wir heute nun gemeinsam weiter Richtung Nazare fahren werden. Ron wollte aber einen kleinen Umweg von etwa 30 km nach Gandola machen, da er noch Equipment für seine Drone kaufen wollten. Garandola hat ein Einkaufszentrum und somit auch einen Elektrofachmarkt. Das Team BonnyMobil hat ja alle Zeit der Welt… und dazu nichts mehr Anständiges zu futtern, somit mussten auch wir ein bisschen einkaufen und somit passte das.

Nach dem Frühstück und den üblichen Aufräumarbeiten ging es dann auch zeitnah los. Das RonMobil bockte noch immer hin und wieder, aber Ron dachte, das sich das nach ein paar Kilometern gibt. Sind eben noch ein paar Reste Diesel im Benzintank.

Gandola war auch schnell erreicht. Hier konnte das BonnyMobil den Bedarf an Zigaretten decken, was auch dringend nötig war, da die Vorräte langsam zur Neigung gingen. Leider gab es das, was Ron brauchte, nicht in dem einzigen Elektromarkt in der Stadt. Aber auch kein Problem. Geht es eben weiter in die nächstgrößere Stadt nach Setubal.

Dort angekommen wollte das Team BonnyMobil erst einmal den örtlichen Lidl stürmen. Der Einkauf war auch schnell erledigt. So ohne Kühlmöglichkeit ist die Auswahl der Lebensmittel auch ziemlich begrenzt. Weiter ging es zu MediaMarkt. Auf dem Parkplatz erzählte mir Ron ganz begeistert, das er an der Straße eine nette Tramperin gesehen hat, die er gerne mitnehmen würde. Somit wollte er noch einmal zurückfahren und diese einpacken. Das Team BonnyMobil hatte andere Pläne und somit trennten wir uns auf dem Parkplatz. Wir wollten Kontakt halten und uns spätestens in Nazare wieder treffen.

Das Team BonnyMobil machte sich auf den Weg und nach einigen Kilometern bekam ich die Nachricht, das die kleine Tramperin in die andere Richtung unterwegs war und Ron versuchen würde, uns einzuholen. Sollte das nicht klappen würden wir uns am Treffpunkt sehen.

So zockelte das BonnyMobil durch Portugal. Nach ca. 100 km war das zweibeinige Teammitglied doch ein bisschen irritiert und unsicher, ob wir denn auch auf dem richtigen Weg sind. Also kurzer Stopp an der Schnellstraße und die Route gecheckt. Sekunden später tauchte hinter uns der grüne RonVan auf. Ron sprang aus dem Bus und war überrascht, das der uns so schnell wieder gefunden hatte. Auch Ilia, Rons kleines Hundemädchen freute sich, uns zu sehen.

Dann ging plötzlich alles ganz schnell und Ilia war tot. Sie wurde von einem Lkw erfasst, weil sie aus irgendeinem Grund über die Straße rannte. Sie hat scheinbar von dem Unfall gar nichts mitbekommen und musste auch nicht leiden.

Wir waren fassungslos und wussten nicht weiter. Es waren die schlimmsten Momente, die ich je erlebt hatte, doch irgendwie musste ich schauen, das ich Ron von der Straße bekam. Wir konnten hier nicht bleiben. Wir mussten hier weg. Allerdings war mir auch klar, das Ron gar nicht in der Verfassung war, um weiter zu fahren. Den Van konnten wir aber auch nicht hier stehen lassen.

Ich habe völlig mein Zeitgefühl verloren, aber nach einiger Zeit gelang es mir, Ron zum weiterfahren zu überreden. Wir mussten Ilia hier in Portugal begraben, da auch Ron keine Kühlung hatte. Ich konnte ihn überreden, Ilia nach Nazare zu bringen.

Es wurde die anstrengendste und qualvollste Fahrt, die ich jemals gefahren bin. Ron konnte sich aus verständlichen Gründen nicht konzentrieren oder aufhören zu weinen, dazu machte sein Van Zicken. Die Öllampe ging dauernd an und der Motor wurde nicht ausreichend geschmiert.

Also immer wieder anhalten, bei Ron nachfragen, ob es noch geht, warten und weiter. Irgendwann am frühen Abend kamen wir in Nazare an. Wir suchten einen schönen Platz in den Dünen, hoch oben. Tausende bunte Sukulenten wuchsen hier und der Blick auf den Atlantik war großartig. Hier wollten wir Ilia begraben. Hier würde sie sich wohl fühlen.

Nach Ilias Beerdigung besprachen wir, das wir sofort auf den schnellsten Weg Heim wollten. Ron genauso wie ich. Ich versprach Ron, das ich ihn nach Hause zu seiner Mutter nach Hanau bringe.

Ich wusste, das es ein schwieriges Unterfangen wird, da Ron wirklich einen Nervenzusammenbruch hatte, und kaum fahren konnte. Ich weiß, wie sehr Ron sein Hundemädchen liebt. Sie ist sein Ein und Alles. Er hat sein Kind verloren und diesen Schmerz kann ich ihm nicht nehmen. Sosehr ich mir das auch wünschen würde. Zudem macht sein Van Stress.

Aber zuerst einmal war es wichtig, das er die heutige Nacht übersteht. Und ich auch. Immer wenn ich die Augen schließe, sehe ich die kleine tote Ilia vor mir. An Schlaf ist nicht zu denken. Ich habe aber noch meine Bonny, die mir den Mut gibt, diese Tage zu überstehen.

Morgen müssen wir uns überlegen, wie wir nach Hause kommen. Ich weiß, das er den Weg nicht schaffen wird. Ich bete dafür, das es eine Möglichkeit gibt und das er die Kraft hat, seinen Van und sich heil nach Deutschland zu bringen.

Mein Plan ist es, morgen Portugal zu verlassen und in Nordspanien zu sein. Wie wir das hinbekommen, weiß ich aber noch nicht.

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